Was ist die Darmflora (Darm-Mikrobiota)?

 

Darmflora oder Mikroflora, bezieht sich auf Mikroorganismen, die natürlicherweise im Verdauungstrakt von Mensch und Tier vorkommen. Mikrobiota, die Bakterien, die in der Darmflora leben können nützlich oder schädlich sein:

  • nützlich : Bildung von Schutzstoffen, die das Immunsystem stärken.
  • schädlich : Bildung von Schadstoffen, die den Körper schwächen.

Schädliche Mikrobiota oder Bakterien produzieren toxische Nebenprodukte, die langfristig Krankheit und chronische Degenerationen des Körpers verursachen.

Die gute Microbiota oder Bakterien, welche zum Großteil die Dünndarm- und Dickdarmflora besiedeln können die Darmflora und unsere Gesundheit über die folgenden Funktionen positiv beeinflussen:

Inhibit bacteriaBreak down foodMetabolize toxinSythesize vitamin

Bakterien hemmen, Toxine blockieren, Nahrung aufspalten & In Vitamine umwandeln

  1. Metabolische Funktion, Fermentation und Aufnahme von Kohlenhydraten

    1. unsere Nahrung zu verdauenm und Enzyme zu produzieren, die Proteine in resorbierbare Aminosäuren verstoffwechseln können. Diese wichtigen Enzyme transportieren auch wichtige Vitamine, Mineralien und andere Nährstoffe über die Darmwand in die Blutbahn, wo sie effektiv zu jenen Zellen transportiert werden, die diese Nährstoffpakete dringend benötigen.
    2. enthalten Enzyme, welche im menschlichen Körper fehlen, um bestimmte Polysaccharide (z.B. Zuckerähnliche Laktose bei laktoseintoleranten Personen, und Zuckeralkohole) aufzuspalten.
    3. fermentieren Kohlenhydrate in kurzkettige Fettsäuren (SCFAs= short chain fatty acids). Die SCFAs können die Aufnahme wichtiger Mineralstoffe wie z.B. Kalzium, Magnesium und Eisen verbessern.
    4. Die schädlichen Bakterien spalten die Proteine in der Nahrung auf und produzieren Toxine. Aber nützliche Bakterien produzieren stattdessen Vitamin K2, B1, B2, B3, B6, B12, Folsäure und Pantothensäure. Ohne ausreichende Mikroflora Produktion, wird der Körper an einem zu geringen Kalzium-Stoffwechsel, an neuromuskulärer Funktion und chronischen Entzündungserkrankungen aufgrund von Mangel an diesen sehr wichtigen Nährstoffen leiden.
    5. produzieren Gase und organische Säuren welche die Absorbierung und Speicherung von Lipiden verbessert.
    6. verstoffwechseln diätetische Karzinogene. Heterocyclische Amine (HCA), die durch Kochen/ Braten von Speisen wie Fleisch und Fisch bei hohen Temperaturen entstehen, können Tumore in Organen wie Brust, Darm oder Prostata induzieren. HCAs sind natürlich vorkommende Stoffe, daher ist die vollständige Vermeidung nahezu unmöglich. Aber der metabolischen Funktion der Darmflora würde dazu beitragen, das Risiko solcher Tumore, die schwer zu vermeiden sind, zu reduzieren. Das gleiche gilt für die übermäßige Aufnahme von Fett und Natriumchlorid, die später Tumore fördern können.
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  3. Unterdrückung von pathogenen (infektiösen) mikrobiellem Wachstum

    • Nützliche Bakterien produzieren Milchsäure und verschiedene Fettsäuren während der Fermentation, und diese organischen Säuren senken den pH-Wert im Darm und können somit das Wachstum schädlicher Bakterien und Infektionen hemmen.
    • Nützliche Bakterien hindern einige schädliche Bakterienarten mittels kompetitiver Ausgrenzung (bezeichnet die sogenannte “Sperrwirkung”) daran sich im Darm anzusiedeln. Gesundheitsschädliche Hefe- und Bakterien-Spezies wachsen nicht übermäßig aufgrund der Konkurrenz durch hilfreiche die Darmflora erhaltende Spezies. Somit werden Tiere ohne Darmflora sehr leicht infiziert. Die Barrierewirkung schützt den Menschen vor beiden: von außen eindringende Arten und Arten, die normalerweise in geringer Anzahl im Darm vorhanden sind, deren Wachstum jedoch wie besagt durch eine gesunde Darmflora in der Regel gehemmt wird.
    • Gute Bakterien verhindern das Wachstum von schädlichen Arten beim Kampf um Nahrung und Bindungsstellen auf der Schleimhaut des Dickdarms. Indigene Darmfloren produzieren auch Bacteriocine, eine Anti-Bakterien Substanz, die das Wachstum von ähnlichen Bakterienstämmen hemmt, eine Substanz, die schädliche Mikroben vernichten und deren Vermehrung durch die vom Wirt produzierten Enzyme regulieren kann.
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  5. Immunität

    • Bakterien fördern die frühe Entwicklung des mukosalen Immunsystems des Darms. Das Immunsystem erkennt und bekämpft schädliche Bakterien, lässt aber die nützlichen Spezies in Ruhe, eine Toleranz die sich in der Kindheit entwickelt hat. Sobald ein Kind geboren wird, beginnen Bakterien seinen Verdauungstrakt zu besiedeln. Die ersten Bakterien sind in der Lage, die Immunreaktion zu beeinflussen: Schaffung günstiger Bedingungen für das eigene Wachstum und schlechtere für die konkurrierenden Bakterienarten. Dementsprechend sind die ersten Darmbakterien entscheidend für die Zusammensetzung der lebenslangen Darmflora.
    • Gute Bakterien bieten Beständigkeit gegen Infektionen und sogar schädlichen Bakterien, wenn der Körper nur einer kleinen Menge ausgesetzt ist, kann es helfen, das Immunsystem zu trainieren, um Antikörper zu entwickeln.
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  7. Allergien verhindern

    • Die Darmflora beeinflusst die Widerstandskraft einer Person gegen Allergien, eine Überreaktion des Immunsystems auf nicht-schädliche Antigene. Säuglinge und Kleinkinder mit Allergien haben mit einer höheren Wahrscheinlichkeit die schädlichen Arten C. difficile und S. aureus, und eine geringere Päsenz von nützlichen Bakterien wie Bifidobakterien. Gute Bakterien stimulieren das Immunsystem und “trainieren”, es um richtig auf Antigene zu reagieren. Ein Mangel an diesen Bakterien in den ersten Lebensjahren führt zu einem unzureichend ausgebildeten Immunsystems, welches auf Antigene überreagiert.
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  9. Verhütung von entzündlichen Darmerkrankungen
    (inflammatory bowel disease = IBD)

    • Gute Bakterien vergären Kohlenhydrate in kurzkettige Fettsäuren (SCFA). SCFAs können das Wachstum schädlicher Bakterien hemmen und senken dadurch die Chance einer entzündlichen Darmerkrankung, ein Zustand wo die Darmwände entzündet sind, was wiederum zu Durchfall führt.

 

Eine gesunde und ausgewogene Darmflora ist die Basis eines ordnungsgemäßen Verdauungssystems. Wenn Sie eine blühende Kolonie von nützlichen Darmbakterien haben, sind Sie besser gerüstet, um das Wachstum von krankheitserregenden Bakterien zu bekämpfen.

Pathogenität ist die grundsätzliche Fähigkeit von infektiösen Organismen oder Toxinen, einen bestimmten Organismus krank zu machen, auch wenn nicht jede Infektion zu einer Krankheit führt.

Das Adjektiv dazu lautet pathogen (potentiell krankmachend).